schreib(t)räume

Christa Lieb – Autorin

11. März 2021
von Christa Lieb
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Auf ein Wort … Unwägbarkeiten

Vermutlich ist es nicht besonders angesagt, über Unwägbarkeiten oder gar Schwächen zu plaudern. Wenn ich mich umschaue, bzw. umhöre, erscheint immer alles perfekt, easy, glattgebügelt. Ich wag’s trotzdem. Und wenn ich dadurch ein wissendes, nachfühlendes Kopfnicken erzeuge, ist schon was gewonnen.

Seit mehr als 16 Jahren schreibe ich; ausdauernd und regelmäßig. Lyrik, Kurzgeschichten, Romane. Eine lange Zeitstrecke; gepflastert mit allerhand Erfahrungen der unterschiedlichsten Art. Würde ich sie in einem Diagramm darstellen, käme ein ziemlicher Wellensalat zustande. Und es käme heraus, dass nach jeder Veröffentlichung (»Gipfelglück«) immer tiefe Täler folgen, die selten einen Hoffnungsschimmer zu sehen bekommen.

Warum, so frage ich mich, ist das so und warum überrascht mich das noch immer? Warum erwischt es mich immer noch auf dem falschen Fuß, bringt mich ins Wanken, lässt mich alles in Frage stellen? Ich kann’s mir nicht erklären (sonst hätte ich schon längst Abhilfe geschaffen) und es macht mich zunehmend ungehalten. Manchmal weiß ich nicht wohin mit meinem Frust und kann nur mit Mühe verhindern, alles hinzuschmeißen; so richtig. Endgültig. Weg von Social Media, weg mit Homepage und Blog; einfach alle Spuren verwischen …

Das hieße in letzter Konsequenz, mir einzugestehen, dass ich vielleicht kostbare Zeit – Lebensjahre – vergeudet habe. Stunden, in denen ich wirklich alles dem Schreiben untergeordnet habe. Dieser bitteren Erkenntnis wollte ich seither keinen Raum geben. Noch nicht. Aber in den letzten Monaten ist viel passiert, was mich arg ins Grübeln gebracht hat. Und da rede ich nicht nur von dem obligatorischen tiefen Tal ohne Hoffnungsschimmer, das ich nun schon seit Ende Oktober durchschreite.

Dass ich heute diesen Blog-Beitrag schreibe, ist ja immerhin ein Lichtblick in dieser schreiblosen Tristesse und lässt mich hoffen. Was dieses kurze Aufatmen nicht beseitigen wird, sind die feinen Risse und Schrammen, die mir zugefügt wurden. Gedankenlos, unbewusst; wer weiß das schon. Wenn unbedachte Worte, Handlungen, Blicke auf Verletzlichkeit treffen, ist das nur schwer wieder geradezubiegen. Vielleicht sollten wir alle einfach behutsamer miteinander umgehen; mehr Achtung voreinander haben.

Nachdem ich nun zu »Papier« gebracht habe, was mich umtreibt, haben sich die unschönen Überlegungen natürlich nicht in Luft aufgelöst, sind die Fragen, die mich umtreiben noch lange nicht beantwortet und ich weiß noch immer nicht, ob ich diesen Schreib-Weg mit allen Konsequenzen weitergehen will.

Vielleicht bringen der aufkeimende Frühling, die Aussicht auf einen Impftermin und die Hoffnung auf normalere Zeiten mich wieder in die richtige Spur.

Christa Lieb ©

21. Januar 2021
von Christa Lieb
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Zwischenruf

»Schreibst du noch?« … »Schreibst du wieder?«

Vielen Leuten mangelt es an Wertschätzung. Wie selbstverständlich konsumieren, benutzen, übersehen/ignorieren sie Dinge (manche verachten sie auch), die andere unter großen Mühen, voller Hoffnung, unter Zeitdruck, mit Seelenschmerz, kaum auszuhaltenden Zweifeln und großen Opfern produziert haben; lassen sich in den seltensten Fällen zu einem Feedback hinreißen. Dabei sind wir doch auf genau das angewiesen. Und ich rede wohlgemerkt nicht von Lob, sondern von Interesse, Anteilnahme und – ja – auch von konstruktiver Kritik. Viele meiner KollegInnen können ein Lied davon singen. Ich finde das mittlerweile unerträglich.

Ich kann’s kaum ausdrücken, weil ich gerade sehr emotional bin, aber ich versuche es: Wenn man über Monate um Worte ringt, sich durch Sätze kämpft und dann aufwacht – erschöpft und leer – und realisiert, dass all die Mühen verpufft sind, wenn der Knoten im Hals so festgezurrt ist, dass einem das Schlucken schwerfällt, dann muss man sich doch fragen, ob das alles noch Sinn macht. Das ist man sich einfach schuldig.

Und nachdem ich es (endlich) losgeworden bin, kann ich auch die obigen Fragen beantworten: »Ja.«

Christa Lieb ©

23. Dezember 2020
von Christa Lieb
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Weihnachtsgruß

Allen, die mir seit Jahren die Treue halten, mich unterstützen, aufmuntern, auffangen, meine Romane lesen und kommentieren und auch denen, die hin und wieder hier vorbeischauen, wünsche ich friedvolle Weihnachtstage und einen nachdenklichen Übergang in ein helleres neues Jahr – verbunden mit der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Christa Lieb ©

12. Oktober 2020
von Christa Lieb
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Neuerscheinung

»I hope you always find a reason to smile«

Der neue Roman ist fertig. Noch vor einigen Monaten habe ich nicht damit gerechnet, dass mir das in diesem Jahr noch gelingen würde. Denn das Schreiben von »Bitterblues« war eine besondere Herausforderung gewesen. Die Arbeit daran hat mich durch eine schwierige Zeit voller Sorgen und Ängste geführt. Sie war geprägt von Zweifeln, Leere, Blockaden und dann wieder – wie aus dem Nichts – regelrechten Schreibflashs, die mir nachts den Schlaf raubten. Und immer, wenn es gut lief, war das Schreiben Balsam für meine Seele. So, wie in all den Jahren zuvor.

Ende 2019/Anfang 2020. Familie und Freunde hofften auf einen baldigen OP-Termin für meinen Mann, der immer kraftloser wurde. Jetzt konnte mir auch das Schreiben nicht helfen. Es waren ungewöhnliche Wochen, die ich sobald nicht wieder erleben möchte. Anfang Februar endlich ein Termin. Verschiebung. Ersatztermin. Anfang März aufatmen; Erleichterung, dass es noch vor der Covid19-Welle geklappt hatte.

Wie sehr mich diese Monate belastet haben, wurde mir erst so richtig bewusst, als alles überstanden war. Ich hatte mich selbst »verloren«. Und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich alles verarbeitet habe.

Umso mehr freut es mich, dass ich nun dieses Buch in den Händen halten kann.

 

Bod.de

 

Drei Frauen – Drei Schicksale

Ein Roman über Liebe, verlorene Freundschaften und folgenschwere Entscheidungen

 

 

Christa Lieb ©

#StaySafe