schreib(t)räume

Christa Lieb – Autorin

8. Juli 2019
von Christa Lieb
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Nachts schläft man in der Regel …

… aber nicht immer

Eine Momentaufnahme

Trüber, feuchter Sonntagmorgen. Nichts lockt mich nach draußen. Gelegenheit zum Schreiben, denke ich …

Ich sitze also am Schreibtisch, suche nach passenden Worten. Mit mäßigem Erfolg. Jede Ablenkung kommt mir gelegen. So wird das nichts. Enttäuscht gebe ich auf.

Später Abend. Schlafenszeit. Es hat merklich abgekühlt. Gute Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf. Weit gefehlt. Ausgerechnet jetzt wollen meine Protagonisten mir ihre Geschichten erzählen.

Damit ich auch ja nichts vergesse, schleiche ich zum Schreibtisch, hole Papier und Stift und schreibe auf, was mir gerade eingeflüstert wurde. Zufrieden lösche ich danach das Licht und schließe die Augen. Doch die Herrschaften sind noch nicht am Ende ihrer Erzählungen.

Ich ergebe mich. Licht an, schreiben, Licht aus … Licht an, schreiben, Licht aus … Licht an, schreiben, Licht aus. So verstreicht Stunde um Stunde in einem überdrehten Ritual … bis die Stimmen nahezu verstummt sind. Nur hin und wieder folgt noch ein diskreter Einwurf.

Mittlerweile ist es kurz vor fünf. Draußen bricht der neue Tag an. Ich lausche dem leisen Piepen der Vögel; die ersten Leute machen sich auf den Weg zur Arbeit. Ich schließe die Augen, warte auf Schlaf … immer noch … und auf das Ende dieser ruhelosen, aber ziemlich produktiven Nacht.

Ich muss nicht groß erklären, wie ich mich heute Morgen fühle … Ich bin sooooo müde.

#Autorenleben
#(Schreib)Wahnsinn

 

Christa Lieb ©

30. Juni 2019
von Christa Lieb
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»Geiz ist Geil« – Ein Zwischenruf

»Geiz ist Geil« – Ein Zwischenruf

Immer wieder müssen wir Schreiberlinge feststellen, dass unsere eBooks auf Plattformen für umme verscherbelt werden; selbstverständlich ohne unser Wissen oder Einverständnis.

Obwohl das alles absehbar war und längst bekannt ist, macht einem diese unverfrorene Klauerei immer wieder sprachlos und zornig. Seit es eBooks gibt, gibt es dieses dreiste Geschäftsmodell. Musiker haben das schon vor langer Zeit erlebt und hinnehmen müssen.

Ich frage mich, was in Leuten vorgeht, die so wenig Anerkennung für die Arbeit anderer aufbringen? Es ist ja nicht so, dass diese eBooks – und im Speziellen die eBooks von uns Selfpublishern – die  Welt kosten. Ganz im Gegenteil. Wer sonst würde wohl für einen Anteil von 50 – 70 % von 0,99 – 4,00 Euro pro Buch gut zwei Jahre arbeiten? Niemand; sag ich jetzt mal spontan.

Und wer schon keine Lust hat, für den maximalen Gegenwert eines Cappuccinos ein Buch legal zu kaufen, hätte immer noch die Möglichkeit, bei kindle unlimited für 0,00 Euro an Bücher zu kommen. Ich lehne dieses Geschäftsmodell von Amazon zwar ab, aber immerhin bleibt dort ein winziger Brosamen bei den Schreibenden hängen.

Es gibt also keinen Grund derart geringschätzig mit der Arbeit von Menschen umzugehen. Aber vielleicht braucht’s ja den Kick des Illegalen. Arme Welt.

Im neuesten Fall einer Kollegin gibt es übrigens ein Bonbon zum Schmunzeln und Anlass für klammheimliche Freude: Die Betreiber dieser speziellen Plattform sind nur auf die Daten der »Kunden« aus … Geschieht ihnen recht.

Christa Lieb ©

27. Mai 2019
von Christa Lieb
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Vom »Loslassen« und »Neuanfang«

Vom »Loslassen« und »Neuanfang«

Ist ziemlich lange her, dass ich hier etwas hinterlassen habe. Woran es liegt, ist schnell erklärt. Die Fertigstellung meines letzten Romans »Rückkehr nach Blue Bay« hat sich – was das eBook betrifft – zu einem kleinen Desaster ausgewachsen. Es hat viele Stunden gekostet (danke, Felix, für deinen unermüdlichen Einsatz), bis wir die Leute des Distributors von unseren Vorstellungen von einem optisch ansprechenden Format überzeugen konnten (dass es am Ende beim mobi-Format noch immer kein korrektes Ergebnis gab, lasse ich jetzt mal außen vor). Meine Nerven lagen blank. Mir war nahezu alles abhandengekommen. Die Freude an diesem Buch, am Schreiben generell. Das war sehr bitter. Zum Glück gab es in dieser Zeit Menschen, die mich mit ihrer Wertschätzung wieder auf den richtigen (Schreib)Weg gebracht haben. Was jetzt noch fehlte, waren Ideen, die nicht schon nach dem 1. Kapitel in eine Sackgasse führen. Und daran mangelte es definitiv.

Ich hoffte auf den bevorstehenden Urlaub. An einem ruhigen Platz, unter südlicher Sonne, mit Blick auf das Meer, würde mir schon etwas Brauchbares einfallen … dachte ich.

Da saß ich nun also. Alles war so, wie ich es mir vorgestellt hatte … rein optisch. Was fehlte, waren die zündenden Ideen. Erst in der zweiten Hälfte des Urlaubs begann in meinem Kopf langsam eine kleine Idee zu glimmen. Fast verschämt stellte sie jedoch ihr Licht lange unter den Scheffel. Zum Glück verlor ich nicht gleich den Glauben daran. Denn wie sich nun – wieder zuhause – herausstellt, ist es eine durchaus brauchbare Idee.

Nun sollte man meinen, dass alles in Ordnung ist. Dass ich an meinem Schreibtisch sitze und schreibe; Kapitel um Kapitel. Weit gefehlt. Das hat mit »Loslassen« und »Neuanfang« zu tun. Kann/sollte man etwas Neues beginnen, wenn das Alte noch nicht abgeschlossen ist? Noch immer verspüre ich eine stille Sehnsucht nach Blue Bay, Gordon, Paul, Selma, Norman und Helen. Noch immer möchte ich sie nicht loslassen, nicht verlieren.

Vermutlich liegt es (auch) an diesen Gründen, dass mir die »Neuen« noch sehr fremd sind. Es ist wie im richtigen Leben. Bevor ich Freundschaften schließe, muss ich mir erst sicher sein, dass die Aspiranten und ich auch zusammenpassen. Wir befinden uns also noch immer in der Kennenlernphase. Und obwohl ich genau weiß, dass die Liebe zu meinen Figuren erst während des langen Schreibens so richtig tief und innig wird, hält mich das momentane Fremdeln davon ab, mit Elan in die Geschichte einzusteigen und freudig die Tasten zu bedienen.

Ihr werdet also Geduld aufbringen müssen, bevor es wieder eine Geschichte von mir zu lesen gibt (aber ich gehöre ja eh nicht zu den Schnellschreibern).

Bis dahin empfehle ich euch diese Bücher:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christa Lieb ©

11. Februar 2019
von Christa Lieb
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Marathon

Am Ende wächst sich die Fertigstellung des neuen Buches zu einem Marathon aus. Noch immer sehe ich das Ziel nicht vor mir. Dabei sollte das Thema schon vor gut drei Wochen keines mehr sein. Aber wie es halt so ist mit Plänen.

Zuerst musste ich feststellen, dass es da Dinge gibt, die mir die ganze Zeit nicht aufgefallen sind. Nebeneffekt: Durch das ständige Wiederkäuen, haben meine Protagonisten in meinen Träumen Dialoge geführt, die mich – gelinde gesagt – überraschten; die Geschichte drohte aus dem Ruder zu laufen. Nachdem ich mich erfolgreich zur Wehr gesetzt hatte, hat mich schließlich die Erkenntnis eingeholt, dass es noch ein Leben neben dem Schreiben gibt; bei mir und den Leuten, die mich mit ihrem Know-how unterstützen.

Ich war not amused, doch mittlerweile habe ich mich damit arrangiert. Blieb mir auch nichts anderes übrig *smile* So kommt es, dass das bereits vor Wochen angekündigte Buch noch nicht zu haben ist. Und da ich noch immer nicht alle Abläufe in der Hand habe, werde ich mich hier und jetzt mit Versprechungen/Terminen zurückhalten.

Zur Überbrückung verrate ich schon mal etwas über den Inhalt. Wie unschwer zu erkennen war, handelt es sich um eine Fortsetzung des letzten Romans »Ein Sommer in Blue Bay«. Es war mir einfach ein Bedürfnis, die Geschichte weiterzuspinnen. Vielleicht wollte ich mich auch nicht – wie schon so oft – von liebgewonnenen Figuren trennen.

Inhalt:

Nachdem die Wahrheit über Linda Sinclairs Identität ans Tageslicht gekommen ist, fällt es einigen Menschen in Blue Bay schwer, in den Alltag zurückzukehren.

Gordon Cooper hadert mit der Einsamkeit, die überwunden schien. Dann wird erneut seine Hilfe gebraucht und die Monotonie verschwindet aus seinem Alltag.

Paul Everton hat Blue Bay verlassen. Nun kommt er nach einer langen Lesetour zurück an den Pazifik. Noch immer trauert er um seine verlorene Liebe. Als eine Frau immer wieder seine Nähe sucht, wehrt er sich erbittert gegen aufkeimende Gefühle.

Selma Hudson genießt ihr Glück mit Norman Bishop. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los. Das bekommt auch ihre Tochter Helen schmerzlich zu spüren.

Eine liebe Tante hat auf Gedränge immer geantwortet: »Geduld ist eine Tugend«. Gut, wenn dem so ist, übe ich mich halt in Geduld … und hoffe, dass die demnächst belohnt wird.

Christa Lieb ©

31. Dezember 2018
von Christa Lieb
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Happy New Year

Mit Riesenschritten – so scheint es mir – ist das Jahr 2018 nun fast am Ziel angelangt. Das neue Jahr steht in den Startlöchern. Ich wünsche allen, dass es ein gutes Jahr wird …

21. Dezember 2018
von Christa Lieb
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Weihnachten

Allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr. Vielen Dank für das entgegengebrachte Interesse und das Wohlwollen …

9. November 2018
von Christa Lieb
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Fakt: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit

Ja, ich gebe es zu, ich war euphorisch. Doch wie mir eigentlich hinlänglich bekannt sein dürfte, bedeutet das Wort »Ende« nicht wirklich »Ende«.

Nach der Freude und einem tiefen Durchatmen hat inzwischen der zweite Akt begonnen.

Wie empfohlen, habe ich den Text wie einen guten Brotteig eine Weile ruhen lassen. Nicht Monate, wie besonders Geduldige das tun, sondern nur etwas mehr als eine Woche Entspannung habe ich ihm und mir gegönnt. Abstand gewinnen ist zwar gut und wichtig, aber das Feuer darf nicht erlöschen. Ich muss für die Geschichte noch »brennen«.

Ich habe ein paar Tage ohne Schreiben verbracht, habe mit und bei lieben Menschen abgeschaltet, den Akku aufgeladen. München war der richtige Ort dafür.

Aber jetzt bin ich bereit für den Fortgang. Nun wird er immer wieder durchgeknetet, in die Breite gewalzt, nachgewürzt … Bis er mir geschmeidig genug erscheint. Irgendwann. Manch liebgewonnene Zutat, sprich Formulierung, wird als zu leicht befunden und muss weichen; andere erhalten ein besonderes, zusätzliches Aroma.

Im Dezember habe ich ein Date mit meiner Frau für besondere Cover. Dann muss ich den Fachmann für die Textkonvertierung motivieren. Und wenn ich dann mit allen Ergebnissen zufrieden bin, dann lasse ich sie endlich los … Die neue Geschichte … Aus der nach all der Arbeit dann hoffentlich ein schmackhaftes Stück geworden ist.

 

Christa Lieb ©

16. September 2018
von Christa Lieb
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SommerIllusionen

SommerIllusionen

Der Sommer will uns glauben machen, er sei unsterblich. Doch an der Ecke lauert der Herbst. Geduldig. Noch. Eilfertig haben ein paar Blätter die Farbe gewechselt … Es wird sie teuer zu stehen kommen …

Schade, denkt der Sommer, die Party scheint vorbei.
Noch ein letzter ausgelassener Tanz, dann werde ich weichen (müssen).

Christa Lieb ©

 

13. September 2018
von Christa Lieb
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Geht doch …

Geht doch …

Ich bin gerade ziemlich happy.

Letzte Woche sah es noch trostlos aus. Aber nun sind die Gartenpartys und Geburtstagsfeiern, die mich viele Wochen vom Schreiben abgehalten haben, »abgearbeitet«.

Es war schön, liebe Menschen um mich zu haben, die ich zum Teil lange nicht gesehen hatte, aber auch mit jeder Menge Arbeit verbunden.

Okay. Abgehakt.

Nun bin ich aus einer glücklichen Fügung heraus in der tollen Rolle »Christa-allein-zu-Hause«. Und endlich gehören die Tage wieder dem Schreiben.

Nach dem Frühstück hurtig die wichtigsten Dinge im Haushalt erledigen und die Pflanzen im Garten versorgen (ob das Gießen in diesem Jahr wohl jemals enden wird?) und dann geht’s los.

Konsequent und mit so wenig Ablenkung wie möglich, vergrößere ich den Umfang meines neuen Projekts. Am Tag 5 des unverhofften Experiments kann ich sagen: Es klappt! Die Bilanz kann sich sehen lassen. Jeden Tag steht mindestens ein Kapitel mehr auf der Habenseite.

Ich wünsche mir, dass es in den noch verbleibenden Tagen so weitergeht (und dass ich mir mit diesem Post jetzt nicht die (An)Spannung kaputtgemacht habe … Kreativität ist eine komplizierte Angelegenheit).

Christa Lieb ©

PS. Buchtitel und Cover bleiben natürlich vorerst noch mein Geheimnis …