Finde heraus, was du gerne tust
und dann tu es. Man lebt nur
einmal, und das kann ebenso gut
auch amüsant sein.
Coco Chanel
22. September 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
15. September 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
15. September 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
…
Heinrich Mahler pfiff nach seinem Hund. Kurz darauf verließ er mit einem kleinen Weidenkorb sein Haus und lief mit Hasso Richtung Erlenbruch.
Seit Wochen hatte er darauf gewartet, dass es endlich regnet und die Pilze sprießen. Jetzt war es soweit.
Heute Abend würde ihm seine Frau ein leckeres Pilzragout und ihre berühmten Semmelknödeln servieren. Dazu ein kühles Bier. Beim Gedanken daran, lief ihm das Wasser im Mund zusammen.
Hasso zerrte an der Leine; Mahler konnte ihm kaum folgen. Verdammter Köter, dachte er erbost. So alt und noch immer nicht erzogen. Suchend schaute er sich um; niemand war zu sehen und so ließ er den Hund von der Leine. Der lief freudig bellend davon und war bald nicht mehr zu sehen.
Verdammt, hoffentlich ist kein Jäger in der Nähe, überlegte Heinrich Mahler und beeilte sich, ihm zu folgen. Als er schließlich schwer atmend um die Kurve bog, sah er Hasso an einem eigenartigen Gegenstand schnuppern. Beim Näherkommen machte er ein mit blauer Plane umwickeltes Paket aus. Mit scharfen Krallen bearbeitete sein Hund das seltsame Fundstück und bald waren faustgroße Löcher entstanden. Mahler trat näher. Ein bestialischer Gestank entströmte dem Paket. Dicke Maden quollen hervor.
Von Ekel und Entsetzen gepackt, griff er nach dem Halsband, leinte Hasso an und lief, so schnell es seine müden Beine zuließen, den Weg zurück bis zu seinem Haus. Dort wählte er mit zittrigen Fingern die Nummer des Polizeireviers.
Abends saß er voller Anspannung vor dem Fernsehgerät und schaute die Hessenschau. Endlich kam die Meldung, auf die er wartete: Einen grausigen Fund machte heute ein Pilzsammler im Erlenbruch nahe Frankfurt. Am Rand einer Fichtenschonung fand er einen, in eine blaue Plane gepackten, Torso. Wie lang der Körper dort schon lag und um wen es sich dabei handelt, muss die noch nicht abgeschlossene Obduktion ergeben. Besonders erschwert werden die Ermittlungen durch das Fehlen des Kopfes, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sachdienliche Hinweise bitte an …
Heinrich Mahler hatte genug gehört. Er schaltete das Fernsehgerät aus und lehnte sich zurück. Der Appetit auf Pilzragout war ihm gehörig vergangen.
…
Wenn das Leben Schatten wirft – Kriminalroman – Christa Lieb
als eBook bei Xinxii.com
8. September 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
1. September 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
25. August 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
15. August 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
Fundstück
Für wenige Minuten hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet. Unaufhörlich war Regen niedergeprasselt, hatte den Staub, der sich in den vergangenen Tagen wie ein dünner Schleier auf alles gelegt hatte, weggewischt. Endlich war die feuchte Schwüle von heftigen Windböen verdrängt worden.
Nachdem sich die bedrohlich wirkenden grau-blauen Gewitterwolken weiter vorwärts über das Land geschoben hatten und der Donner nur noch verhalten zu hören war, ging ich vor die Tür und sah mich um. Abgerissene Blätter und Zweige lagen auf Straße und Gehweg; noch immer verschwand Regenwasser gurgelnd durch die Öffnungen des Kanaldeckels, um im Verborgenen seinen Weg zu suchen.
Eine kleine, silbrig glänzende Münze, die im Rinnstein lag, erregte meine Aufmerksamkeit. Vermutlich hatten die Wassermassen sie angeschwemmt.
Wo sie wohl herkommt?, fragte ich mich. Wurde sie achtlos weg geworfen oder ging sie in der Hektik des Alltags verloren? Wollte ein Mann damit Zigaretten kaufen, ein Kind ein Eis oder ein Comic-Heft? Sollte mit ihr ein wichtiges Telefonat geführt werden? War ihr unbemerkter Fall auf die Erde ein entscheidender Verlust für den Besitzer oder war sie nur Eine unter Vielen und es daher nicht wert, sich danach zu bücken? Das blanke, runde Etwas machte mich neugierig.
Interessiert nahm ich die Münze hoch, betrachtete sie genauer. Sie musste weit gereist sein, ehe sie in den Rinnstein vor meiner Tür gelangte. Nass und kühl lag sie in meiner Hand und löste eine Flut schöner Gefühle und Gedanken aus. Ein Hauch von Ferne und Exotik machte sich breit. Jetzt gemeinsam mit der Münze in das ferne, fremde Land reisen. An einem endlosen Sandstrand unter Palmen ausruhen und den immer wiederkehrenden Wellen zusehen. Das wäre schön. Ich schloss die Augen und schwelgte in den Bildern, die vor meinem inneren Auge vorüber zogen. Ich roch das Meer, hörte das Tosen der Brandung, spürte Sonnenwärme und die Feuchte der Gischt auf meiner Haut.
Ein dicker Regentropfen traf meine Nase und riss mich aus meinen Träumen.
chrilie ©
11. August 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
4. August 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare
28. Juli 2014
von Christa Lieb
Keine Kommentare