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Christa Lieb – Autorin

10. August 2013
von Christa Lieb
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Es ist so weit …

Alle offenen Fragen aus Schmaler Grat werden endlich beantwortet:

Wenn das Leben Schatten wirft – Kriminalroman – Christa Lieb

Cover: Anna Lieb-Dubino

Cover: Anna Lieb-Dubino

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt:

Verdammtes Australien. Nichts ist in diesem Land so, wie es sein sollte, denkt Thomas Marenholz frustriert, als er in einer schwülwarmen Januarnacht aus dem Fenster seines Apartments in Canberra starrt. Er möchte zurück in sein altes Leben; nach Frankfurt, zu seinen Freunden und Kollegen. Und schon ist er in Gedanken bei dem Mann, dem er sein Exil zu verdanken hat: Igor Pavlovsky. Doch auch der musste Frankfurt überstürzt verlassen, als ihm die Polizei auf den Fersen ist. Beide sinnen auf Rache. Zwei Menschen, die Thomas Marenholz viel bedeuten, verschwinden unter rätselhaften Umständen. Er fliegt nach Hause und bringt bald durch seine Alleingänge sich und andere in Gefahr …

 

Zu kaufen bei www.amazon.de  oder über kontakt@christa-lieb.de

In Kürze auch als Ebook

 

 

7. August 2013
von Christa Lieb
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… und dann die Frage

Foto: chrilie

Foto: chrilie

Ein leckeres Essen in gemütlicher Runde und dann die Frage: „Du schreibst doch. Ich schreibe gerade an einer super Geschichte. Würdest du’s dir mal ansehen?“ Vor Schreck verschlucke ich mich fast an dem hervorragenden Grauburgunder. Das sind genau die Fragen, die ich nicht hören möchte. Denn meine Antwort lautet: nein.

Wenn ich etwas gelernt habe in all den Jahren, dann ist es die Erkenntnis, dass es böse enden kann, wenn man sich zu solchen Gefälligkeiten durchringt. Es ist ein unkalkulierbares Wagnis und führt – wie ich es selbst erlebt habe – sogar zum Ende langjähriger Freundschaften. Plötzlich kommen Befindlichkeiten ins Spiel, von denen man nichts ahnte: Unaufrichtigkeit gepaart mit falschen Ratschlägen, respektlose Feedbacks, ja sogar Eifersucht; ein Punkt, an dem ich noch immer zu knappern habe.

Ich rutsche unruhig auf dem Stuhl hin und her, die angeregten Gespräche verstummen, alle Blicke sind auf mich gerichtet. Was nun? Wie bringst du einer Person, die du schätzt, bei, dass du nicht zur persönlichen Lektorin avancieren willst, ohne für überheblich oder zickig gehalten zu werde?

Okay, denke ich, vielleicht ist mir etwas entgangen. Vielleicht hat er’s bisher nicht an die große Glocke gehängt, dass ihn das Schreibhandwerk interessiert. Ich frage höflich nach dem Thema, dem Plot, nach Protagonisten und Antagonisten, ob fiktiv oder autobiografisch, Struktur, Charakterisierung usw. Ergebnis: Große Augen sehen mich an. Aha, denke ich, da ist sie wieder, die Vorstellung, man hat eine Idee, setzt sich hin, spitzt den Kriffel und schreibt mal eben einen Roman. Dass das Schreiben ein Handwerk ist, das man erlernen muss, wie das Spielen eines Instrumentes oder das Malen von Bildern, und dass es ständigen Übens bedarf, scheint in den Köpfen vieler Leute noch immer nicht angekommen zu sein.

„Das wichtigste ist doch wohl Talent“, wirft jemand in die Runde. „Danke für das Vertrauen“, antworte ich, „aber zum Schriftsteller wird man nicht geboren. Das muss man sich hart erarbeiten.“

Ich wende mich wieder dem Frager zu. „Was bist du bereit zu opfern? Was bist du bereit auszuhalten? Was ist dein Antrieb? Willst du berühmt werden und viel Geld verdienen oder brennt einfach nur eine Leidenschaft in dir, die gestillt werden will?“

Die Reaktion der Zuhörer zeigt, sie sehen mich als Spielverderberin. Weit gefehlt. Ich erlaube mir nur, ehrlich zu sein; denke zurück an meine eigene Blauäugigkeit, meine Erwartungen und ja, auch Enttäuschungen. Denn eines ist klar, in dem Moment, in dem man seine Texte öffentlich macht, gibt man sein Inneres preis und das kann verdammt wehtun.

Ich empfehle ihm ein paar gute Schreibratgeber, lege ihm ans Herz, Schreibkurse zu besuchen, zu üben, zu üben, zu üben, sich zu vernetzen, kritisch mit dem eigenen Text umzugehen und sich einen wohlgesonnenen, nicht schreibenden Testleser zu suchen und vor allen Dingen zu lernen, Kritik – berechtigte oder unberechtigte – auszuhalten. Und den Text zu behüten, bis er „erwachsen“ ist, für die Welt da draußen.

PS. Einige Wochen später laufen wir uns zufällig über den Weg. Er meint: Du, auf diesen theoretischen Mist habe ich keine Lust. Stattdessen werde ich den Ausbau meiner Eisenbahnanlage forcieren.

 

chrilie

19. Juli 2013
von Christa Lieb
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Einblicke …

Foto chrilie

Foto chrilie

 

 

 

 

 

 

Empfindungen eines Sommertages

Werde ich mir also die Ratschläge all der klugen Leute mal zu Herzen nehmen:

– Sie müssen schreiben, schreiben, schreiben – täglich
– Suchen Sie sich einen ruhigen, schönen „Kraftplatz“
– Schreiben Sie – ohne Korrektur – einfach drauf los
– usw. usw. usw.

Schön. Fang ich also an.

Ich sitze an einem wunderschönen, ruhigen Kraftplatz. Er liegt noch im Schatten. Wasser plätschert, Vögel zwitschern, Ruhe. Nur ab und zu rauscht entfernt ein Auto vorbei. Mein Auge sieht viele schöne Dinge. Üppiges Grün, wundervolle Rosenblüten, filigrane Schmetterlinge und über allem ein wolkenloser, blauer Himmel. All das, was mein Auge sieht, öffnet mir das Herz, belebt meine Sinne. Und trotzdem …

… will es mit dem Schreiben nicht klappen. „Aber du schreibst doch gerade“, sage ich mir. „Ja, schon. Aber nicht das, was ich gerne schreiben würde: Eine neue Geschichte.“

Nun ja. Eigentlich kenne ich diesen Zustand schon zu genüge. Ein Projekt ist abgeschlossen. Der Schlusspunkt gesetzt. Die Energie verbraucht. Schon jedes Mal kam danach diese tiefe, unproduktive Leere, dieses Gefühl, der Kopf ist in Watte gehüllt und der Gedanke “ich werde nie mehr ein Buch schreiben können” macht sich breit. Und stets haben sich diese Nebel gelichtet, habe ich Kraft gesammelt und mich an die Arbeit gemacht. Doch dieses Mal hat die Sache einen Haken. Dieses Mal liegt kein Konzept auf dem Tisch und wartet auf Vollendung. Dieses Mal ist unter all den Überlegungen keine wirklich brauchbare Idee. Und diese Tatsache wirft Fragen auf.

War’s das? Hab ich mein Pulver verschossen? Und wenn es so wäre, wen würde das interessieren? Wenige, muss ich mir eingestehen. Und auch diese Tatsache ist eine Wahrheit, die mich jetzt nicht voller Elan an die Tastatur treibt.

Ja, mein Sohn. Ich weiß. Pro-mo-tion ist das Zauberwort. Nur, ich habe keine Ahnung, wie das geht. Ich tue mir verdammt schwer damit, den Finger zu heben und „Hallo, liebe Leute, seht her, hier sind meine lesenswerten Geschichten“ zu rufen. Ja, es sind schöne Geschichten, die ich da erzähle. Um so trauriger macht es mich, dass sie ein so unbeachtetes Dasein fristen (auch weil ich von Promotion nichts verstehe).

Mein Sohn, du hast mir alle erdenklichen Pfade eröffnet: Website, Blog, Facebook, Twitter, ebooks … Jedes Mal habe ich riesige Erwartungen aufgebaut, bei jedem Projekt auf Reaktionen gelauert, wie die Schlange aufs Kaninchen. Meine Ahas waren nicht Ausdruck von Staunen, sondern von Ernüchterung. Immer wieder. Und immer wieder erklärst du mir dann mit deinen unnachahmlich sachlichen Worten, woran es liegt. Machst mir klar, dass es für die Millionen User, die sich da in der virtuellen Welt tummeln, keinen Anlass gibt, mir ihre Aufmerksamkeit zu schenken, weil sie schlichtweg nicht wissen, dass es mich gibt.

Ich bin ja nicht allein mit diesem Problem mangelnder Sichtbarkeit. Aber eine ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse hat mich noch nicht bewogen, am großen (finanziellen) Rad zu drehen und teuere Dienstleistungen zu kaufen. Also muss ich wohl damit leben, dass meine Bücher, auch wenn sie gut sind, in der großen Masse untergehen.

Oder ich muss endlich einige der wirklich guten Ratschläge des gerade gelesenen empfehlenswerten (und noch dazu kostenlosen) Ratgebers von XinXii.de – Download unter http://www.xinxii.de/gd_cms.php?page=buchmarketing umsetzen. Vielleicht kann ich meinen persönlichen Administrator zur Umsetzung von München hierher locken 😉

chrilie

 

15. Juli 2013
von Christa Lieb
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Lesefrüchtchen

Um die Wartezeit auf das Buch zu verkürzen, hier eine erste Leseprobe …

Prolog

Die erste Nacht in Freiheit, doch Thomas konnte sie nicht genießen. Seit ihm sein bisheriges Leben um die Ohren geflogen war, fühlte er sich wie in einer Kugel gefangen, die, ohne dass er Einfluss auf ihren Kurs hätte nehmen können, durch die Zeit raste.

Das Gefängnis hatte er hinter sich; der entsetzliche Vorwurf, für Volkertz′ Tod verantwortlich zu sein, war vom Tisch. Aber als Paul Reimers ihn gestern in Weiterstadt abgeholt und nach Frankfurt zurückgebracht hatte, verspürte er keine Freude. Erleichterung ja, aber Freude? Es gab nichts mehr, auf das er sich hätte freuen können. Sein Traum von einem gemeinsamen Leben mit Nora, vor wenigen Wochen noch wundervolle Realität, war geplatzt. Nora hatte ihn verlassen. Kompromisslos, wie sie schon immer war, hatte sie einen Schlussstrich gezogen. Unter ihn, unter ihre gemeinsame Zukunft. Er hatte sich verzockt. Hatte sich eingeredet, er könne dem Schicksal ein Schnippchen schlagen. Weit gefehlt.

Viele Fragen geisterten durch seine Gedanken. Warum hatte Nora ihm nichts von dem Kind erzählt? Wollte sie ihn schonen, ihn nicht zusätzlich belasten? Hätte dieses Wissen etwas an seinen Entscheidungen geändert? Hätte er Pavlovsky, wie von ihm verlangt, davonkommen lassen, um sich und Nora in Sicherheit zu bringen?

Quälende Fragen und eine sinnlose Suche nach Antworten. Es gab kein Zurück; keine zweite Chance, falsche Entscheidungen zu korrigieren.

Er drehte sich zur Seite und sah auf den leeren Platz neben sich. Nur ein zarter Hauch von Noras Duft war ihm geblieben. Seit er zurück in seiner Wohnung war, hatte er ihn in der Nase. Bald würde auch der sich verflüchtigt haben. Dann würde es nur noch diese dumpfe Sehnsucht in seiner Brust geben. Er blickte auf den Wecker neben seinem Kopf. Beobachtete eine Weile, wie die roten Ziffern des Sekundenzählers abtauchten, um im Meer der Unendlichkeit zu versinken. Klack, klack, kaum hörbar; Wimpernschlag für Wimpernschlag. Unaufhaltsam schritt die Zeit voran, drehte sich die Welt um ihre eigene Achse. Atemlos. Schlaflos.

In drei Stunden musste er seinem Vorgesetzten Rede und Antwort stehen. Kein leichter Weg, der ihm da bevor stand. Von Paul wusste er, wie enttäuscht Doktor Hartwig über die Aktionen seines Mitarbeiters gewesen war.

Was hatte er mit ihm zu besprechen?

 

Cover: Anna Lieb-Dubino

Cover: Anna Lieb-Dubino

Wenn das Leben Schatten wirft – Kriminalroman

Christa Lieb ©